EntsTehungsprozess.
Wie aus einer Idee eine KERAMIKATUR wird.

Wendepunkte.
Eine KERAMIKATUR kann erstaunlich selbstverständlich wirken. Als hätte sie eben so sein müssen. Meist war es anders.
Vor dem fertigen Werk liegen Entscheidungen, Umwege, Versuche, überraschende Wendungen.
Oder auch die Erkenntnis, dass der Ton einen besseren Vorschlag hatte.
Der künstlerische Prozess beginnt mit einer Vorstellung und bleibt offen genug, damit während der Arbeit etwas anderes daraus werden darf.
KERAMIKATUREN entstehen nicht am Fließband.
Nicht einmal gedanklich.
Kopfgeburten.
Manchmal weiß der Kopf schon mehr.
Am Anfang kann eine Skizze stehen, eine bestimmte Proportion, eine Farbe oder nur eine ungefähre Vorstellung. Beim Arbeiten wird daraus etwas Konkretes. Ein Kopf verändert seine Größe. Ein Körper bekommt eine andere Haltung.
Nicht jede Entscheidung wird vorher getroffen. Manches entsteht erst, weil die Form den nächsten Schritt nahelegt.
So entwickelt sich eine KERAMIKATUR Stück für Stück. Gelegentlich auch in eine Richtung, die anfangs niemand vorgesehen hatte.
tonangebend.
Form entsteht direkt im Material.
Körper, Köpfe und weitere Elemente baue ich von Hand auf.
Unmittelbar im Ton forme ich Wölbungen, Kanten, Übergänge und Oberflächen.
Manche Flächen werden geglättet, andere bleiben bewusst unregelmäßig.
Entscheidend ist der Moment, an dem Proportion und Haltung zusammenfinden.
Erst dann darf der Ton trocknen.
Eine Übung in Geduld. Nicht die einzige.

heissphase.
Was weich beginnt,
muss durchs Feuer.
Keramik hat ihren eigenen Zeitplan.
Erst nach vollständiger Trocknung werden die keramischen Elemente zum ersten Mal gebrannt.
Der formbare Ton wird fest.

Glasieren.
Es wird farbiger.
Glasur ist bei KERAMIKATUREN nicht bloß Oberfläche.
Sie gehört zur Gestaltung. Sie kann Volumen betonen, Übergänge sichtbar machen, Formen beruhigen oder ihnen entschieden widersprechen.
Alle Teile glasiere ich von Hand.

Mit Nummer. Mit Namen.
Damit ist klar,
wer hier wer ist.
Bevor eine KERAMIKATUR zum Glasurbrand in den Ofen kommt, erhält sie ihre Werknummer und meine Signatur.
Ein Unikat.
Ohne Verwechslungsgefahr.

Nach dem zweiten Brand.
Die Glasur zeigt, was sie kann.
Nun haben Farbe und Oberfläche ihre endgültige Wirkung.
Vieles lässt sich beeinflussen. Alles kontrollieren lässt sich nicht.
Ein Teil der Arbeit besteht darin,
Überraschungen nicht persönlich zu nehmen.
Zusammengesetzt. Nicht zusammengewürfelt.
Metall verbindet und verändert.
Nach dem Glasurbrand kommen die Metallteile hinzu.
Sie tragen Gewicht, schaffen Abstand und prägen die gesamte Skulptur.

Aus einer geraden Linie wird ein Bein. Eine Verlängerung macht aus einem Hals eine Behauptung.
Dann fügt sich alles zusammen.
Aus Keramik und Metall wird eine KERAMIKATUR.
FERTIG?
Irgendwann sollte man aufhören.
Eine Skulptur ist nicht deshalb fertig, weil sich nichts mehr verändern ließe.
Sie ist dann fertig, wenn nichts mehr verändert werden sollte.